Bundestagswahl 2002 -
christlich-konfessionelle Bindungen

Grafik: Symbol für Christentum = KreuzDie Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hat bei ihren Befragungen zur Bundestagswahl 2002 auch nach konfessionellen Bindungen gefragt.

 

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Protestanten:
Zweitstimmen für...

Partei

Prozent

SPD

44 (+ 5,5)

CDU / CSU

36 (- 2,5)

Bündnis 90 / Die Grünen

8 (- 0,6)

FDP

8 (+ 0,6)

PDS

2 (+ 2,0)

Andere

3 (+/- 0)

In Klammern: Abweichung zum Gesamtergebnis

 

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Katholiken:
Zweitstimmen für...

Partei

Prozent

SPD

30 (- 8,5)

CDU / CSU

52 (+ 13,5)

Bündnis 90 / Die Grünen

8 (- 0,6)

FDP

7 (- 0,4)

PDS

1 (- 3,0)

"weiß nicht"

2 (- 1,0)

In Klammern: Abweichung zum Gesamtergebnis

 

.

Konfessionslose:
Zweitstimmen für...

Partei

Prozent

SPD

40 (+ 1,5)

CDU / CSU

25 (- 13,5)

Bündnis 90 / Die Grünen

11 (+ 2,4)

FDP

8 (+ 0,6)

PDS

11 (+ 7,0)

Andere

5 (+ 2,0)

In Klammern: Abweichung zum Gesamtergebnis

 

In Bezug zum Gesamtergebnis gab es bei der Forschungsgruppe Wahlen zwischen Befragung und Endergebnis kaum Abweichungen, sodass den Werten eine hohe Richtigkeit zukommt.
Der hohe Anteil der Konfessionslosen für die PDS verweist auf die Situation im Osten Deutschlands. Hier gehöret nur rund ein Viertel der Menschen einer Religionsgemeinschaft an, zugleich erzielt die PDS im Osten nur im Osten größere Stimmenanteile (durchschnittlich zwischen 15 und 20 Prozent).

Zusammenhang von Kirchgangshäufigkeit und Wahlentscheidung

Für die Protestanten wurde festgestellt, dass Wählerinnen und Wähler, die jeden Sonntag den Gottesdienst besuchen, mit 53,9 Prozent mehrheitlich CDU und CSU wählen (SPD: 25,5 Prozent). Auch diejenigen, die nur ab und zu in die Kirche gehen stimmen häufiger für die CDU/CSU: 42,5 Prozent gegenüber 39,9 Prozent für die SPD. Das bedeutet, dass eine hohe kirchliche Bindung auch bei den Protestanten zu einer Wahlentscheidung für konservative Parteien führt. Lediglich bei den Grünen liegt der Stimmenanteil der regelmäßigen Kirchgänger über dem Durchschnitt aller Protestanten (9,5 Prozent).
Bei den katholischen Wählerinnen und Wählern verstärkt die kirchliche Bindung, die sich u. a. im Gottesdienstbesuch ausdrückt, die Parteipräferenzen. 72,8 Prozent der regelmäßigen Gottesdienstbesucher wählen CDU/CSU (SPD: 16,0 Prozent), nch 57,9 Prozent der gelegentlichen Besucher (SPD: 26,9 Prozent) und selbst bei denjenigen, die nur selten zum Gottesdienst kommen, liegt der CDU/CSU-Anteil mit 43,5 Prozent über dem der SPD (36,9 Prozent). Der Anteil aller anderen Parteien befindet sich bei den regelmäßigen, gelegentlichen und seltenen Kirchgängern unter dem Durchschnitt aller Katholiken.

 

(Alle Angaben aus: idea-Spektrum 39/2002)

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Erstellt: 31.10.2002