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Grafik Seitentitel: Islam - Spitzenverbände und regionale Organisationen'

Grafik: Symbol für Islam - Halbmond mit SternSeit den 1980er Jahren haben sich im deutschen Islam Spitzenverbände etabliert, die den Anspruch vertreten, die Muslime überregional gegenüber dem Staat und der Öffentlichkeit zu vertreten. Vielfach stehen diese Organisationen in enger Verbindung zu einem der großen DAchvereinigungen der Moscheevereine. In Frage steht immer wieder auch, inwieweit diese Spitzenorganisationen legitimiert sind, "die" Muslime zu vertreten. Hier spielen zum einen politische Bedenken eine Rolle, da einige der engagierten Verbände vom Verfassungsschutz beobachtet werden, aber ebenso das Problem, dass die islamischen Vereinigungen generell nur einen Bruchteil der Muslime organisieren. In der Regel sind Muslime, auch wenn sie regelmäßig die Moschee zum Gebet besuchen, nicht Mitglied in einem Verband - auch nicht in dem Verband, der die besuchte Moschee unterhält.
Insbesondere im Zuge der Bemühungen um einen islamischen Religionsunterricht haben sich auf Ebene der Bundesländer Vereinigungen gebildet, die beanspruchen, unabhängig von den großen Moscheeverbänden den Islam zu repräsentieren. Dies erfolgte aus der staatlichen Vorgabe heraus, einen alleinigen Ansprechpartner auf islamischer Seite zu haben, mit dem verbindlich über den Religionsunterricht verhandelt werden kann. Auch diese islamischen Verbände sind aber in der Regel von einem der großen Moscheeverbände dominiert.
Seit den letzten Jahren etabliert sich zusätzlich das "Schura-Modell", das eine offenere Form der Zusammenarbeit aller in einer Stadt oder einem Bundesland ansässigen islamischen Vereinigungen darstellt. Institutionelles Vorbild sind die islamischen Ratsversammlungen in orientalischen Ländern.

Bundesweite Spitzenorganisationen

Zentralrat der Muslime in Deutschland

Der 1994 gegründete Zentralrat hat sich insbesondere seit den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 als überregionaler Ansprechpartner profiliert. Er repräsentiert eine größere Anzahl kleinerer islamischer Moscheeverbände, die in Bezug auf ihre ethnische Zuorndung meist nicht-türkisch sind. Die einstmals bedeutendste Organisation im Zentralrat, der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), ist im Jahr 2000 augeschieden. Grund war ein Kurswechsel innerhalb des VIKZ.
In enger Anbindung an den Zentralrat wird das Portal islam.de betrieben, das umfangreiche Informationen zum Islam und Positionen der Muslime resp. des Zentralrats enthält. Die Selbstdarstellung des Zentralrats ist in diesem Portal enthalten, die Internet-Adresse www.zentralrat.de führt zu www.islam.de.

>> Portal islam.de / Zentralrat der Muslime in Deutschland

Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland

Der Islamrat wurde 1987 gegründet und kann eindeutig als von der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs dominiert gelten. Gleichwohl ist der Islamrat über die von ihm repräsentierten Verbände die an Mitglieder stärkste Spitzenorganisation.
Die Homepage des Islamrats enthält, abgesehen von Presserklärungen, recht wenig Informationen.

>> Homepage Islamrat

DITIB

Die "Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V." (Diyanet Isleri Türk Islam Birligi - DITIB) steht in enger Verbindung zum Präsidium für Religionsangelegenheiten in der Türkei. Deshalb repräsentiert der Verband den türkischen Staatsislam und damit auch das Prinzip der Laizität, der Trennung von Staat und Religion, wie es in der Türkei praktiziert wird. Das bedeutet beispielsweise die strikte Unterordnung der Religion unter die Staatsideologie und die Kontrolle der Religion durch den Staat. Die DITIB in Deutschland vertritt so - nach einem kurzen Zwischenspiel während der Zeit der islamisch-fundamantalistischen Regierung unter Necmettin Erbakan - einen gemäßigten, liberalen Islam.
Als staatsnaher Verband ist die DITIB immer auch abhängig von der Politik der aktuellen türkischen Regierung. In diesem Kontext hat sich die DITIB in den letzten Jahren wieder zum Ansprechpartner für Staat und Behörden in Deutschland aufgebaut. Demgegenüber findet die DITIB wenig Anerkennung von anderen islamischen Verbänden, insbesondere solchen mit türkischen Hintergrund, da ihre Richtung des Islam in der Türkei allzu oft von der Regierungsbehörde diskriminiert wurde. Wegen dieser isolierten Haltung und weil die DITIB der größte islamische Verband mit zudem guter organisatorischer Infrastruktur ist, muss die DITIB als eigenständige islamische Spitzenorganisation angesehen werden.

>> Homepage DITIB (deutsch)

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Organisationen auf Länderebene

Über die Namen der Organisationen können häufig Rückschlüsse auf Zuordnungen zu den großen Moscheeverbänden gezogen werden. So verweist "Islamische Föderation" meist auf eine Dominanz der IGMG. Zusätzliche Indikatoren für Zuordnungen sind Mitgliedschaften in Zentralrat und / oder Islamrat

Baden-Württemberg

Islamische Föderation in Baden-Württemberg e. V.

Die Islamische Föderation tritt so gut wie nicht öffentlich in Erscheinung und hat auch keine Homepage.
Mitglied im Islamrat

Religionsgemeinschaft des Islam - Landesverband Baden-Württemberg e. V.

Die Vereinigung ist ist der Jamaat'un Nur (Nurculuk-Bewegung) zuzurechnen. In ihrer Ausrichtung liberal, hat die Organisation auch zusammen mit staatlichen Einrichtungen verschiedene Projekte im Bereich Dialog durchgeführt und tritt auch im Zusammenhang mit der Forderung nach einem islamischen Religionsunterricht in dem Bundesland als Ansprechpartner auf.

>> Homepage der Vereinigung

Bayern

Islamische Föderation in Bayern e. V.

Auch diese Föderation tritt öffentlich so gut wie nicht in Erscheinung und hat auch keine eigene Homepage
Mitglied im Islamrat

Islamrat für Bayern e. V.

Für den Islamrat gilt das Gleiche wie für die Islamische Föderation: Weder gibt eine Homepage Auskunft über Aktivitäten noch tritt der Verband - außer bei der gelegentlichen Unterzeichnung von Aufrufen - anderweitig in Erscheinung.
Mitglied im Islamrat

Islamische Religionsgemeinschaft Bayern

Die Gründung der Islamischen Religionsgemeinschaft in Bayern muss vor allem im Kontext der Bemühungen um einen islamischen Religionsunterricht im Freistaat gesehen werden. Weitergehende Informationen im Internet sind nicht verfügbar.

Berlin

Islamische Religionsgemeinschaft Berlin

Die "Islamische Religionsgemeinschaft" wurde Anfang 1990 in Ost-Berlin gegründet und im gleichen Jahr von der damaligen DDR-Regierung als Religionsgemeinschaft anerkannt. Daraus leitet die Gemeinschaft einen fortbestehenden Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts ab - dies wird von der Berliner Senatsverwaltung jedoch bestritten.
Ziele der Vereinigung sind neben dem Dialog der Religionen vor allem die Schaffung eines repräsentativen islamischen Kulturzentrums in Berlin sowie die Einführung der Ausbildung islamischer Theologen / Religionsleher an staatlichen Hochschulen.
In der Gemeinschaft sind 13 lokale Moscheevereine sowie die Islamische Föderation Berlin Mitglied. Zusätzlich werden 12 kulturelle Vereine als fördernde Mitglieder geführt (Stand: Juli 2005).
Mitglied im Zentralrat der Muslime

>> Homepage

Die Homepage enthält eine Selbstdarstellung sowie die aktuelle Satzung.

Islamische Föderation in Berlin

Die Gründung der Islamischen Föderation wurde 1980 gegründet und hat Aufsehen erlangt, weil sie als Trägerin eines islamischen Religionsunterrichts in Berlin zugelassen wurde. Die Föderation vereinigt nach eigener Darstellung 26 Vereinigungen aus Berlin. Ihr wird eine Nähe zur Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs nachgesagt.
Mitglied im Islamrat

>> Homepage der Islamischen Föderation Berlin

Bremen

Islamische Föderation Bremen

Die Islamische Föderation Bremen arbeitet seit vielen Jahren in den Bereichen Dialog und Integration der Muslime. Bei den vom Bremer Senat unterstützten Islam-Wochen war sie führend an der Organisation beteiligt. Die Föderation ist ein Beispiel für liberale und offene Haltungen innerhalb des IGMG-Umfelds.
Mitglied im Islamrat

>> Homepage der Islamischen Föderation Bremen

Hamburg

SCHURA - Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg e. V.

Die Vereinigung in Hamburg besitzt die wohl umfassendste Basis für eine gemeinsame Organisation auf Landesebene. Bei der Gründung 1999 waren 42 Vereine und Verbände beteiligt. In manchen Quellen wird auch dem Schura Hamburg eine Nähe zur IGMG nachgesagt, doch auf Grund der organisatorischen Stärke des schiitischen Islamischen Zentrums Hamburg sind wenn überhaupt hier größere personelle Übereinstimmungen auszumachen. Unabhängig davon ist der Schura neben der Formulierung gemeinsamer Positionen auch in der Dialogarbeit in Hamburg engagiert.

>> Homepage des Schura Hamburg

Islamische Gemeinschaft in Hamburg

Die Islamische Gemeinschaft ist ein Ableger der Ahl-ul-Bayt-Gemeinschaft, einem losen Zusammenschluss schiitischer Vereine. Eigenständigen Aktivitäten sind nicht dokumentiert.
Mitglied im Zentralrat der Muslime

Bündnis der islamischen Gemeinden in Norddeutschland

> Siehe unter Schleswig-Holstein

Hessen

Islamische Föderation Hessen e. V.

Für diese Föderation ist wie bei den anderen Föderationen festzustellen, dass es weder nennenswerte Aktivitäten noch eine eigene Internet-Präsenz gibt.
Mitglied im Islamrat

Islamische Religionsgemeinschaft Hessen e. V.

Die Islamische Religiosngemeinschaft Hessen (IRH) wurde 1997 gegründet, um gegenüber der Landesregierung einen gemeinsamen Ansprechpartner für die Etablierung eines islamischen Religionsunterrichts aufbieten zu können. Um als Religionsgemeinschaft Anerkennung zu finden, gibt es auch bei der IRH die Einzelmitgliedschaft - nach eigenen Angaben sollen rund 10.000 Muslime Mitglied sein.
Schwerpunkte des Engagement sind neben dem Religionsunterricht die Bemühungen um die Zulässigkeit des betäubungslosen Schächtens und die Umsetzung von Bestattungsmöglichkeiten nach islamischem Ritus. Daneben werden Veranstaltungen zum Dialog organisiert.

>> Homepage der IRH

Niedersachsen

Islamische Föderation Niedersachsen

Auch die Föderation in Niedersachsen tritt so gut wie nicht nicht in Erscheinung
Mitglied im Islamrat

SCHURA Niedersachsen - Landesverband der Muslime in Niedersachsen e. V.

Auch dieser Rat der Muslime wurde gegründet, um einen islamischen Religionsunterricht zu ermöglichen. Die nicht mehr ganz aktuelle Homepage gibt wenig Auskunft über Aktivitäten, Erfolge, Organisation und Struktur des Schura Niedersachsen.

>> Homepage des Schura Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

In Köln ist der Sitz nahezu aller großen Moscheeverbände, im Bundesland sind auch der Islamrat und der Zentralrat ansässig. Beide haben sich bei der Landesregierung ihren Vertretungsanspruch als Träger eines islamischen Religionsunterrichts geltend gemacht. So gibt es in diesem Bundesland auch keine Landesvereinigungen der Muslime.

Rheinland Pfalz

Islamrat für Rheinland Pfalz

Die Vereinigung ist öffentlich nicht in Erscheinung getreten.
Mitglied im Islamrat

Saarland

Islamische Gemeinde Saarland e. V.

Die Gemeinde ist kein landesweiter Zusammenschluss im klassischen Sinn, hat aber für das kleine Bundesland eine hervorgehobene Position.

>> Homepage der Islamischen Gemeinde Saarland

Schleswig-Holstein / Norddeutschland

Bündnis der islamischen Gemeinden in Norddeutschland e. V.

Der Verein mit Sitz in Neumünster organisiert lokale Moscheegemeinden mit Schwerpunkt in Hamburg und Schleswig Holstein. Er will die Vereine in religiösen Belangen unterstützen (Bereitstellung von Imamen, Bestattungen, Pilgerfahrt). Organisatorischer Mittelpunkt ist die Centrum-Moschee in Hamburg, die zur Milli Görüs gehört. Das Bündnis unterhält zudem seit 2001 ein Bildungsinstitut.
Mitglied im Islamrat

>> Homepage des Bündnisses

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Letzte Aktualisierung: 04.07.2005

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