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Grafik Seitentitel: 'Nacht der Bestimmung (Lailat al-Qadr)'

Grafik: Symbol für Islam - Halbmond mit Stern"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen. Lies im Namen deines Herrn, der erschaffen hat, den Menschen erschaffen hat aus einem Embryo. Lies. Dein Herr ist der Edelmütigste, der durch das Schreibrohr gelehrt hat, den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste."
 

Mit diesen Versen beginnt die 96. Sure im Koran. Sie beinhaltet die erste Offenbarung, die Allah über den Engel Gabriel an Mohammed übermittelt hat. Dies geschah im Jahr 610 unserer Zeitrechnung. Es folgte eine lange Zeit der Offenbarungen - zunächst in Mekka, später in Medina. Im Jahr 610 war Mohammed 40 Jahre alt, die im Koran niedergeschriebenen Offenbarungen erhielt er bis zu seinem Tod im Jahr 632. In diesen 22 Jahren wurde den Menschen alles Wissen vermittelt, um ein Leben in Ehrfurcht vor Allah und in Rechtschaffenheit zu leben, um endlich die Größe und Allmacht des einen Gottes zu erkennen, von der die Bücher der bisherigen Schriftreligionen nur unvollständig und teilweise auch falsch Auskunft gegeben hätten.
 

Wann genau die erste Offenbarung an Mohammed erfolgte, ist unklar. Im Koran findet sich die Aussage: "Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran herabgesandt wurde" (Sure 2,185), und es gilt am wahrscheinlichsten, dass dies in einer der letzten fünf ungeraden Nächte dieses Monats geschah.
 

Nach islamischem Verständnis lag der Text des Koran bereits mit der Erschaffung der Welt vor. In der Nacht der Bestimmung wurde er im Himmel aufgeschrieben und von nun an in immer neuen Offenbarungen an Mohammed übermittelt. Die Vorstellung der Unerschaffenheit des Koran bzw. dem Vorhandensein einer Urschrift drückt sich in den Koranversen aus, die davon sprechen, dass der Koran als Ganzes in der Nacht der Bestimmung offenbart wurde:
"Wir haben es (das Buch, Koran) in einer gesegneten Nacht herabgesandt" (Sure 44,3), und:
"Wir haben ihn (den Koran) in der Nacht der Bestimmung hinabgesandt" (Sure 97,1; diese Sure trägt den Titel "Die Bestimmung", arabisch: al-Qadr).
 

Aus diesem Grund gilt die Nacht der Bestimmung als heiligste Nacht im islamischen Jahr. "Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate. Die Engel und der Geist kommen in ihr mit der Erlaubnis des Herrn herab mit jedem Anliegen. Voller Frieden ist sie bis zum Anfang der Morgenröte" (Sure 97,3-5).
Von Mohammed wird berichtet, dass er sich in den letzten Tagen des Fastenmonats Ramadan zum Gebet und zur Lesung des Koran in die Moschee zurückzog. Nach diesem Vorbild verbringen viele muslimischen Männer bis heute die Nacht der Bestimmung oder auch, wenn es ihnen möglich ist, die letzten Tage des Ramadan in der Moschee. Frauen ziehen sich innerhalb des Hauses zurück. Weil nach der oben zitierten Sure 97 in dieser Nacht die Engel und der Geist Gottes auf die Erde herabgelassen werden, sollen Gebete zur Vergebung der Sünden oder solche mit anderen Anliegen besonderes Gehör finden.
 

Als Termin für die erste Offenbarung in der Nacht der Bestimmung gilt im Allgemeinen die Nacht vom 26. auf den 27. Ramadan. Das Fest zählt nicht zu den in allen islamischen Traditionen begangenen Hauptfesten (dies sind nur das Fest des Fastenbrechens und das Opferfest). Durch die Erwähnung im Koran hat die Nacht der Bestimmung jedoch einen festen Sitz im Leben der Muslime während des Fastenmonats Ramadan.

 

Zitate des Koran nach der Übersetzung von Adel Theodor Khoury. Gütersloh, 2. Aufl. 1992),

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Erstellt: 23.10.2002

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