Dachverbände
Mehr
als 50 Jahre stand den jüdischen Gemeinden und Landesverbänden
ausschließlich der Zentralrat der Juden als einziger Dachverband
zur Verfügung, dem sie angehören oder beitreten konnten. Im Zuge
der zunehmenden religiösen Vielfalt der in Deutschland lebenden Juden
erfolgte 2002 die Gründung eines weiteren Dachverbandes, der Union
progressiver Juden in Deutschland.
Zentralrat
der Juden in Deutschland
Leo-Baeck-Haus, Postfach
04 02 07, 10061 Berlin, Tel.: 030 / 2 84 45 60
Der Zentralrat der Juden
in Deutschland ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts
und vertritt als Spitzenorganisation die Mehrheit der jüdischen Gemeinden
in der Bundesrepublik Deutschland mit etwa 100.000 Mitgliedern. Er wurde
1950 in Frankfurt als religiöser und politischer Dachverband der jüdischen
Gemeinschaft gegründet. Seit 1999 ist sein Hauptsitz jedoch Berlin.
Zu den Aufgabenschwerpunkten
des Zentralrats gehört heute die Unterstützung bei der Integration
von jüdischen Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion. Dabei bemüht
er sich besonders um den Aufbau jüdischer Gemeinden in Ostdeutschland.
Darüber hinaus beteiligt sich der Zentralrat aktiv am politischen
und gesellschaftlichen Leben in der Bundesrepublik Deutschland.
Sein religiöses und
politisches Engagement zeigt sich sowohl auf nationaler als auch auf internationaler
Ebene. In Deutschland unterhält der Zentralrat eine Reihe von Organisationen
und Einrichtungen, die den jüdischen Gemeinden unterstützend
zur Seite stehen. Daneben ist er Mitglied in verschiedenen Gremien zahlreicher
internationaler jüdischer Organisationen und pflegt eine besondere
Solidarität mit Israel.
Traditionell zwar orthodox
ausgerichtet, gilt der Zentralrat gegenüber der Bundesregierung als
alleinige Vertretung der gemeinsamen politischen Interessen der jüdischen
Gemeinschaft. Diese kontinuierliche Zusammenarbeit wurde am 27.01.03 durch
den ersten Staatsvertrag zwischen dem Bund und einem jüdischen Dachverband
in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland besiegelt.
Auf der Homepage des Zentralrats
können die aktuellen Reden von Paul Spiegel, dem Präsident des
Zentralrats, heruntergeladen werden. Zudem gibt es eine Auflistung über
die Anzahl der Mitglieder in den jeweiligen Landesverbänden und Großgemeinden
und viele Israel-Links.
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Homepage
Union
progressiver Juden in Deutschland (e.V.)
Postfach 12 08 52, 10598
Berlin, Tel.: 0 30 / 43 72 77 97
1997 wurde als Sprachrohr
für die progressiven jüdischen Gemeinden und Gemeinschaften im
deutschsprachigen Raum die "Union progressiver Juden in Deutschland, Österreich
und der Schweiz" gegründet. Aus dieser Arbeitsgemeinschaft ging 2002
die Union progressiver Juden in Deutschland e.V. hervor. In der Union sind
liberale jüdische Gemeinden in Deutschland vereinigt, für die
es in den örtlichen -dem Zentralrat der Juden zugeordneten- Einheitsgemeinden
nicht möglich ist, nach ihrer Tradition zu leben. Zur Zeit besteht
die Union aus dreizehn Mitgliedsgemeinden mit etwa 2500 Mitgliedern; hinzu
kommt als weiteres institutionelles Mitglied das Abraham Geiger Kolleg
in Potsdam.
Als Dachverband fördert
die Union progressiver Juden das Entstehen und die Zusammenarbeit progressiver
jüdischer Gemeinschaften und vertritt zugleich ihre Mitglieder gegenüber
der weltweit größten jüdischen religiösen Organisation,
der Weltunion für progressives Judentum (World Union for Progressive
Judaism).
Die Union hat sich zum Ziel
gesetzt, die grundlegenden Lehren des Judentums zu schützen und die
Beschäftigung mit der jüdischen Tradition im Einklang mit der
Moderne zu fördern. Sie verwendet ein neu erarbeitetes progressives
jüdisches Gebetsbuch und bestellt das "Europäische Rabbinatsgericht"
in London als zuständiges Rabbinatsgericht für Statusfragen ihrer
Gemeinden.
Die Homepage der Union enthält
einen Überblick über die ihr zugehörigen liberalen Gemeinden,
aktuelle Presseinformationen und hilfreiche Informationen zu Leben und
Lehre im progressiven Judentum.
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Homepage
Aktualisiert:
10.10.03
Erstellt:
28.07.03 |
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